"SABUR" Bosnische-Kultur und Glaubensgemeinschaft

Location

Adresse: 
Adalbert-Stifter-Straße 2/7
Ort: 
4910 Ried im Innkreis
Bundesland: 
Oberösterreich
E-Mail: 
office@izba.at
Website: 
Herkunft: 
Bosnien
Dachverband: 
IZBA
Gegründet: 
Freitag, Dezember 2, 2005
Verbindung ins Ausland: 
islamische Glaubensgemeinschaft in Bosnien-Herzegowina (IGG BiH)
Ausrichtung: 
Hanafitisch
Kultusgemeinde: 
Bosniakische Kultusgemeinde Mitte
ZVR: 
419936229

Der Verein

Die "SABUR" Bosnische-Kultur und Glaubensgemeinschaft ist Mitglied der Bosniakischen Kultusgemeinde Mitte. Der Verein wurde am 2. Dezember 2005 erstmals vereinsrechtlich registriert.

Die Kultusgemeinden

Nach Inkrafttreten des neuen Islamgesetzes im Jahr 2015 organisierten sich die dem IZBA nahestehenden bosnischen Moscheevereine in 4 Kultusgemeinden mit insgesamt 40 Moscheevereinen innerhalb der IGGÖ:

Diese Struktur ist allerdings in erster Linie den Vorgaben des Islamgesetzes von 2015 und der in diesem festgelegten Struktur der IGGiÖ geschuldet. Stimmberechtigt sind innerhalb der IGGÖ die einzelnen Kultusgemeinden, zudem hat jede Kultusgemeinde das Recht, eine/n Vertreter/in in den Schurarat zu entsenden (Art. 8, Abs. 3 der Verfassung der IGGiÖ) und muss mit zumindest einer/m Vertreter/in im Obersten Rat der Glaubensgemeinschaft vertreten sein (Art. 9, Abs. 3). Auf die tatsächliche Struktur und Arbeitsweise der Organisation haben die Kultusgemeinden keine Auswirkung.

Verband der bosniakischen islamischen Vereine in Österreich

Der Verband der bosniakischen islamischen Vereine in Österreich entstand 2012 durch den  Zusammenschluss der beiden Dachverbände „Dachverband bosnisch islamischer Vereine in Österreich“ und der „Union der bosnischen Sport-, Kultur- und Religionsvereine Österreich“. Ziel des neuen Verbands ist es, alle Moscheegemeinden der Bosniaken mit ähnlicher Zielsetzung in Österreich unter ein Dach zu bringen. Der Verband der bosniakischen islamischen Vereine in Österreich repräsentiert laut eigenen Angaben – zusammen mit den ebenfalls beigetretenen vormals unabhängigen Moscheevereinen - nun insgesamt 40 Vereine. Der Verband der bosniakischen islamischen Vereine in Österreich ist die größte muslimische Vereinigung nach den türkischen Großverbänden ATIB, IF und UIKZ und ist Mitglied sowohl in der in der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Bosnien-Herzegowina (IGG BiH) als auch in der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Gemäß seinen Statuten unterstützt der Dachverband bosnischer-islamischer Vereine in Österreich seine Mitglieder sowohl in religiösen, kulturellen und sozialen Belangen, und setzt sich für die Integration der Bosniaken in Österreich ein.

Obwohl die Moscheegemeinden unabhängige Vereine sind und dem österreichischen Gesetz unterliegen, nimmt sich die Rijaset, die höchste religiöse und administrative Autorität in der IGG BiH das Recht, über ihr „Büro für bosniakische Diaspora“ in die Organisationen und Verwaltung der Moscheegemeinden im Ausland einzugreifen. Auch was die Anstellung von Imamen betrifft, ist der Verband – und damit alle seine Moscheegemeinden – auf die Zustimmung der Rijaset angewiesen. Erst ein durch die Rijaset ausgestelltes Dekret ermöglicht einem Imam eine 4-jährige Anstellung bei einer Moscheegemeinde. Seit 2011 ist jeder angestellte Imam automatisch Mitglied des Vorstands einer Moscheegemeinde und steht so unter noch stärkerem Einfluss durch die Rijaset. Nach einer neuen Verordnung der Rijaset dürfen nur Absolventen der Studienrichtungen Theologie und der Imam-Ausbildung der Fakultät für Islamwissenschaften in Sarajewo als Imame arbeiten, obwohl es – vor allen in Moscheegemeinden außerhalb Bosnien-Herzegowinas - Ausnahmen gibt.

Einige in Österreich tätigen Imame erhielten ihre Ausbildung außerhalb Bosnien-Herzegowinas, ein guter Teil von ihnen in arabischen Ländern. Nach dem Krieg in Bosnien-Herzegowina fühlten sich die bosnischen Muslime von den europäischen Staaten nicht ausreichend unterstützt, was dazu führte, dass einige arabische Staaten diese Lücke als Legitimation ihrer Missionsarbeit unter bosnischen Muslimen missbrauchten. Saudi-Arabien, welches sich in Bosnien massiv beim Bau von islamischen Ausbildungsstätten und anderen Infrastruktureinrichtungen engagiert(e), verbreitet über in Saudi-Arabien ausgebildete und nach Bosnien zurückgekehrte bosnische Theologen seine extrem konservative Schule des Wahhabismus. In Österreich gibt es einige bosnische Moscheen, die ihre theologischen Anweisungen, bzw. Teile ihrer finanziellen Förderung aus islamischen Zentren in arabischen Ländern erhalten. Dies wird auch von der Rijaset in Sarajewo kritisch beobachtet. Imame, welche bei einer Moscheegemeinde des Verbands der bosniakischen islamischen Vereine in Österreich arbeiten wollen, müssen vorher einen Deutschkurs besuchen. Die Mehrheit der Imame aus Bosnien verfügt über ausreichend gute deutsche Sprachkenntnisse. Die in Österreich eingesetzten Imame setzten sich laut eigenen Angaben – wie ihre Muttergemeinde IGG BiH - für die Integration der Bosniaken in Österreich und für den interreligiösen Dialog ein.

Kurzer geschichtlicher Hintergrund

Die islamische Glaubensgemeinschaft in Bosnien-Herzegowina (IGG BiH) wurde 1882 gegründet. Da zwei Drittel der Bosniaken im Ausland leben, ist die IGG BiH sowohl für die Bosniaken in Bosnien-Herzegowina, als auch für Millionen Bosniaken im Ausland zuständig. So zählen zur IGG BiH auch die islamischen Glaubensgemeinschaften im Sandschak, in Kroatien und in Slowenien. Im Zuge des durch den Bürgerkrieg ausgelösten Zustroms von Flüchtlingen nahm die Zahl der bosniakischen Gemeinden in Österreich in der Zeit nach 1992 zu, so dass ein Zusammenschluss zu einem Verband nahelag und 1994 der Dachverband bosnisch-islamischer Vereine in Österreich gegründet wurde. 2004 spalteten sich vom Dachverband 10 Moscheegemeinden ab, um einen zweiten, gleichberechtigten Dachverband der bosnischen Muslime in Österreich, die „Union der bosnischen Sport- Kultur- und Religionsvereine Österreich“ zu gründen. Auf Initiative der Rijaset vereinigten sich nun die beiden Dachverbände im neuen „Verband der bosniakischen islamischen Vereine in Österreich“.

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