Madrasah - Verein für islamische Bildung und interkulturellen Dialog

Location

Adresse: 
Walcherstraße 12/4/15
Ort: 
1020 Wien
Bundesland: 
Wien
E-Mail: 
kontakt@madrasah.de
Website: 
Gegründet: 
Dienstag, Dezember 18, 2012
Mitglieder: 
45
Moschee: 
Nein
Ausrichtung: 
In sufischer Lehrtradition der Naqšibandīya-Muǧaddidīya
ZVR: 
752521379

Geschichtlicher Hintergrund

Der Verein Madrasah - Verein für islamische Bildung und interkulturellen Dialog wurde am 18.12.2012 vereinsrechtlich registriert.

Ausrichtung

Der Verein steht laut Selbstbeschreibung[i] mit keiner Regierung und keiner politischen Partei oder politischen Gruppe in Kontakt, steht keiner bestimmten religiösen Gruppe nahe und verfolgt keine politische Agenda. Er steht aber deutlich einer sufischen Lehrtradition nahe (siehe: http://madrasah.de/content/unser-konzept, abgerufen am 2.1.2017), vor allem jener der Naqšibandīya - muǧaddidīya in der Tradition des Scheich Aḥmad Fārūq al-Sirhindī (1564-1624).

Die Ausrichtung des Vereins ist in jedem Fall konservativ, wovon die Fatwas auf der Website des Vereins zeugen.[ii] So wird etwa in einer Fatwa festgehalten, dass eine Frau zur Eheschließung die Zustimmung eines Wali (Vormunds) benötige und nur in bestimmten Situationen auf diese verzichten, bzw. dieser zuwiderhandeln dürfe.[iii] Gleichzeitig betont der Vereinsvorsitzende Dr. Martin Keller, im Verein seien die Rollen von Frauen und Männern egalitär verteilt. Die Unterdrückung von Frauen lehne er ab, spricht allerdings auf die Frage nach der Gleichberechtigung von Mann und Frau nur von der Gleichwertigkeit aller Menschen.

In einer weiteren Fatwa wird ausführlich der Begriff der Bidah (Neuerung) behandelt. Der Fatwa zufolge ist jede Neuerung abzulehnen, die keine Grundlage in der Scharia (Koran, Sunna, Konsens der Gelehrten) habe.[iv]
Von islamischem Extremismus und dschihadistischen Gruppen grenzt sich der Verein jedoch scharf ab.

Gründer des Vereins sind Muhammed F. Bayraktar, ein als konservativ geltender Sufi, der österreichische Konvertit Dr. Martin Maḥmūd Kellner (gleichzeitig Vorsitzender), der bis 2011 an der Islamisch Religionspädagogischen Akademie (heute: Institut Islamische Religion der KPH Krems) (IRPA) lehrte und derzeit an der Universität Osnabrück tätig ist, und Mariem Dhouib. Martin Maḥmūd Keller beruft sich zur Untermauerung seiner theologischen Legitimität auf sein Studium in Damaskus an der Ma'had al-Fatḥ bei Scheich Salih al-Farfūr, den er in seiner Biographie als bekannten Gelehrten bezeichnet.

Der Verein sieht seine Aufgabe – vor allem im Bereich Jugendbildung – in einer gewissen Segregation von der nicht-islamischen Gesellschaft. So heißt es in einem Interview mit Vereinsgründer Kellner und Vereinsgründerin Dhouib:

„Wir brauchen islamische Diskos. Alles, was einen jungen Menschen in die Disko treibt, muss er in alternativer und gesunder Form auch in islamischen Institutionen vorfinden können.“ Und weiter: „Motivationen wie das Abschalten und Vergessen des Alltags, das Knüpfen von Kontakten und der Aufbau von Freundschaften – für all diese Motive gebe es auch islamische Varianten.“

Sowohl auf der eigenen Website, als auch auf einem eigenen YouTube-Kanal ist der Verein, besonders Martin Maḥmūd Keller selbst, sehr aktiv.

 

Aktuelle Aktivitäten

Der Verein sieht seine Aufgabe darin, „im gesamten deutschsprachigen Raum jene Menschen zu unterstützen, die auf der Suche nach authentischen islamischen Wissensquellen sind.“

Zu diesem Zweck werden Seminare und Online-Kurse veranstaltet, Schriften veröffentlicht, sowie „islamische Originalliteratur“ und islamische Quellen ins Deutsche übersetzt und publiziert.

Fehler?: 

Sollten Ihnen Fehler in unseren Berichten auffallen, schreiben Sie uns bitte an:
info@islam-landkarte.at