Bangladesh Islamic Cultural Centre Masjidul Falah

Location

Adresse: 
Engerthstraße 79/1/6
Ort: 
1200 Wien
Bundesland: 
Wien
Tel: 
01/5440551, 01/3345731
Herkunft: 
Bangladesch
Gegründet: 
Freitag, Juli 18, 2003
Mitglieder: 
204
Moschee: 
Imam Mohyud Din
Verbindung ins Ausland: 
Jamaat-e-Islami Bangladesh
Ausrichtung: 
Sunnitisch islamistisch
Kultusgemeinde: 
Asiatische KG
ZVR: 
618523522

Geschichtlicher Hintergrund

Das Bangladesch Kultur Zentrum  (Bangladesh Islamic Cultural Centre Masjidul Falah) wurde am 18. Juli 2003 vereinsrechtlich registriert. Seit Sommer 2016 ist es Mitglied der Asiatischen Kultusgemeinde in der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs (IGGiÖ).  Das Zentrum gehört zur Jamaat-e-Islami Bangladesh.

Die Partei Jamaat-e-Islami Bangladesh (Islamische Gemeinschaft) wurde 1971 von Abbas Ali Khan gegründet. Das Hauptquartier befindet sich in Mogbazar, Dhaka, Bangladesch.

Jamaat-e-Islami Bangladesh wurde 1973 verboten, weil sie sich vehement gegen die Unabhängigkeit Bangladeschs ausgesprochen und mit der pakistanischen Armee kollaboriert hatte. Unter dem neuen Namen „Islamic Democratic League“ wurde sie allerdings wenig später wieder zugelassen und konnte 1979 gemeinsam mit der größeren Muslim League 20 Sitze im Parlament erlangen. Der aktuelle Führer der Organisation heißt Maqbul Ahmed. Die Jamaat-e-Islami Bangladesh ist nach der Loslösung Bangladeschs von Pakistan aus der pakistanischen Jamaat-e-Islami hervorgegangen. Die Jamaat-e-Islami Bangladesh ist heute eine der größten Parteien des Landes und kämpft für eine Islamisierung von Gesellschaft und Staat und für die Wiedervereinigung des Landes mit Pakistan. Ihren größten Wahlerfolg konnte sie 1991 mit knapp 13 Prozent erreichen. Zwischen 2013 und 2015 wurde ihre Führungsriege wegen Kriegsverbrechen während des Unabhängigkeitskrieges von 1971 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Seit 1. August 2013 ist die Partei nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofes von Bangladesch von Parlamentswahlen ausgeschlossen, darf sich aber an Regionalwahlen beteiligen und wurde dort (Upazila-Wahlen, Subdistrikt-Wahlen) 2014 zur drittstärksten Kraft.

 

Jamaat-e-Islami, die Mutterpartei, aus der die Jamaat-e-Islami Bangladesch nach der Unabhängigkeit Bangladeschs hervorgegangen ist,  wurde am 26. August 1941 von Sayyid Abul A'la Maududi in Pakistan gegründet. Das Hauptquartier befindet sich in Mansoora, Lahore, Pakistan. Zweige der Organisation sind auch in Indien aktiv. Aktuell wird die Organisation von Ameer (Emir) Siraj ul Haq geleitet. Sie hat in jeder Provinz Bangladeschs eine starke Basis. Politisch ist die Jamaat-e-Islami islamistisch und rechts einzuordnen. Sie lehnt Säkularismus und Demokratie offen ab, obwohl sie sich an Wahlen beteiligt, und macht sich in Pakistan für die Verfolgung der Ahmadiyya als „unislamisch“ stark.

Jamaat-e-Islami verfolgt ähnlich Ziele wie die Muslimbruderschaft oder die türkische Organisation Milli Görüs. Sie gehört zwar nicht direkt der internationalen Muslimbruderschaft an, wird aber von der Muslimbruderschaft als legitime Vertretung auf dem indischen Subkontinent anerkannt, wie aus einer Aussage Ibrahim Munirs, des in Großbritannien lebenden Generalsekretärs und Sprechers der Internationalen Organisation der Muslimbruderschaft, hervorgeht. Er erklärte in einem Interview, die Muslimbruderschaft gründe in all jenen Ländern keine eigene Organisation, in denen bereits Organisationen existierten, die ein Islamverständnis haben, das mit dem der Muslimbrüder kompatibel sei. Dazu zählten dezidiert die Länder des indischen Subkontinents, in denen Ableger der pakistanischen Jamaat-e-Islami existieren.[i] Die enge Verbindung zur  Muslimbruderschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Jamaat-e-Islami als Sponsor der ägytischen Muslimbruderschaft und deren  R4bia-Plattform im Internet auftritt.[ii]

Aktuelle Aktivitäten

Die Moschee bietet Korankurse für die Kinder und Jugendlichen der Bangladesischen Gemeinde an, sowie weitere Aktivitäten, die die islamische Kultur unter den Jugendlichen verbreiten sollen. Daneben werden auch Beratungsstunden für Jugendliche angeboten.

Das Freitagsgebet inklusive Predigt findet in der Moschee statt, ebenso können dort die täglichen 5 Gebete durchgeführt werden.

Die Moschee bietet außerdem Heirats- und Eheberatung an.

Zusammenarbeit

Der Verein arbeitet mit Austria Bangladesch Cultural Center "Baitul Mamur Masjid" (Wien- Brigittenau) zusammen, das ebenfalls zum Teil der Jamaat-e-Islami Bangladesh nahesteht.

An der gleichen Adresse, Engerthstraße 79, Stiege 1, befinden sich zwei weitere islamische Vereine: Das „Muslimisches Zentrum Wien - (Vienna Muslim Centre)“ und die „Young Muslim Organization (YMO) Austria -Jugendliche Muslimische Organization Oesterreich“.

 

Zusammenarbeit auch mit Jamaat-e-Islami Hind und Pakistan Jamaat-e-Islami.

Anmerkungen

[i] Julius Dihstelhoff, Ivesa Lübben, Die Internationale Organisation der Muslimbruderschaft und ihr Ableger in Deutschland (Stand: Juni 2014), Schriftenreihe des Fachgebiets Politik am Centrum für Nah-und Mittelost-Studien (CNMS) der Universität Marburg, Februar 2016, S. 4.

[ii] http://www.webcitation.org/6KZK2zTjM?url=http://www.r4biaplatform.com/me... (abgefragt 21.3.2017)

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