Orientalisches Kulturzentrum in Wien

Moscheeneinrichtung

Gründung und Finanzierung

Der Kulturverein „Orientalisches Kulturzentrum in Wien“ in der Kaiser-Ebersdorfer Straße 45, 1110 Wien, wurde am 1.12.2004 durch ägyptischstämmige Muslime angemeldet.[1] Mittlerweile heißt der Verein „Orientalisches Kulturzentrum Al-Rahma 1110 Wien“.[2] Dieses wird durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert. Laut einem Bericht der Kronenzeitung von Juni 2018 hat der Verein zu Spenden aufgerufen, um eine Moschee, einen Kindergarten und eine Schule „in islamischer Atmosphäre“ zu errichten. Demselben Bericht zufolge soll von „Finanz-Dschihad“ die Rede sein. Einen Großteil der benötigten Summe (600.000 Euro) soll die Organisation durch Spenden gesammelt haben. Im Zuge der Debatte um Moscheen-Schließungen im November 2018 sorgten die Errichtung des OKZ für 500 Menschen und der damit verbundene Spendenaufruf für Aufregung.[3] Der Simmeringer Bezirksvorsteher Paul Stadler war gegen das Projekt: „Ich werde alle mir möglichen Mittel ausschöpfen, um diese Einrichtung in unserem Bezirk zu verhindern.“[4]

Bei der Moschee, dessen Grundstück laut einem eigenen Video auf YouTube 2016 gekauft wurde, handelt es sich um die Moschee und gemeinnützige Privatstiftung Al-Rahma.[5] Letztere wurde am 03.07.2017 durch eine Gruppe von jugendlichen Muslimen gegründet.[6] Auf der eigenen Homepage sowie auf Facebook und YouTube wird stark zum Spenden aufgerufen: „Spende für die Moschee und Stiftung Al-Rahma. Wir brauchen deine Unterstützung. Sei ein Mitglied der Al-Rahma-Institution nur mit 20 Euro pro Monat.“

[7]

[8]: Aus dem Facebook des Vereins

Aktivitäten

Laut dem Verein selbst wollte man ursprünglich nicht nur eine Moschee, sondern auch einen Kindergarten und eine Schule gründen sowie Räumlichkeiten für Sport anbieten, und zwar als „Alternativen zu den staatlichen Einrichtungen, die überhaupt nicht zu islamischen Werten passen“[9], wie aus einem internen Dokument, auf das sich der bereits erwähnte Medienbericht bezieht, hervorgeht. Diesem internen Schriftstück zufolge, welches den Medien vorliegt, soll den Kindern und Jugendlichen die islamische Lebensweise „zum Schutz ihrer islamischen Identität“[10] beigebracht werden.

Das OKZ Al-Rahma bietet laut der eigenen Homepage folgende Aktivitäten: Koranunterricht für Kinder und Erwachsene, Koranrezitation und Arabischunterricht. Die Moschee bietet den Gläubigen, auch Frauen, das tägliche Gebet und ein regelmäßiges Freitagsgebet in Gebetsräumlichkeiten an. Darüber hinaus werden Freizeitaktivitäten wie Ausflüge, Fußballturniere und Tischtennis sowie Feste (Ramadan- und Opferfest) organisiert.[11]   

 [12] Aus dem Facebook des Vereins.

Masjeed Al-Rahma verfügt über eine eigene Internetseite, ist auf Facebook, Twitter und YouTube aktiv.

[13] Aus dem Facebook des Vereins.

Ideologisch- und theologische Orientierung und öffentliche Aussagen

Bezugnehmend auf das gefundene interne Dokument wurde dem orientalischen Kulturzentrum Al-Rahma vorgeworfen, politischen Islam zu betreiben. Die FPÖ interpretierte das ihr vorliegende Schriftstück so: „Die Kinder sollen von klein auf mit der Ideologie des politischen Islam indoktriniert werden! Wie sich so ein Vorhaben mit der viel gepriesenen Integration vertragen soll, bleibt ein Rätsel. Offensichtlich wollen große Teile der islamischen Gemeinde gar keine Integration und sie um jeden Preis verhindern.“[14] Der FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp nahm folgendermaßen Stellung zum geplanten OKZ-Projekt: „In Wien ist kein Platz für den politischen Islam, die Moslembruderschaft und schon gar nicht für so eine Scharia-Schule“.[15] Des Weiteren hieß es, dass der FPÖ-Bezirksvorsteher in Simmering nicht vorhatte, „der Errichtung eines radikalislamischen Brückenkopfs in Simmering tatenlos zuzuschauen und wird alle möglichen Mittel ausschöpfen, um dessen Einrichtung im Bezirk zu bekämpfen.“[16] Man erinnerte hier an den Bürgerprotest und die Interventionen der FPÖ, mittels derer die Einrichtung einer Imam-Schule der Muslimbrüder in der Florian-Hedorfer-Straße verhindert wurde. Stattdessen wurde am Standort eine islamische Volks- und Neue Mittelschule eröffnet, welche man durch regelmäßige Kontrolle durch den Stadtschulrat sehr genau im Auge behalten werde.[17]

In der Rubrik „die neuesten Beiträge“ auf der eigenen Homepage ist beim Thema „Die Familie“ in deutscher Sprache Folgendes zu lesen: „Der Islam misst der Familie die weitaus größte Bedeutung bei. Im Verhältnis zwischen Mann und Frau ist die Ehe die einzige legale Form des Zusammenlebens. Jeden intimen außerehelichen Verkehr zwischen den Geschlechtern lehnt der Islam ab. Mann und Frau vervollkommnen sich gegenseitig, um in der Ehe einen gemeinsamen Beitrag zum Aufbau einer gesunden Gesellschaft zu bringen.“[18] Zum Thema „Der Lebensweg“ wurde veröffentlich: „Der Islam ist ein Lebensweg, der sich auf alle Bereiche des menschlichen Daseins erstreckt und der in grundsätzlicher Übereinstimmung mit der Natur, ihren Gesetzen und ihren Anforderungen steht. […]. Ein Muslim ist derjenige, der die Gesetze Gottes in allen Lebenssituationen befolgt. Die islamische Gesellschaft ist die nach Wissen und den Willen Gottes strebende Gemeinschaft, in der jeder Einzelne direkt und ohne Vermittlung eines Priesters mit Gott in Verbindung steht. Die islamische Gesellschaft bringt jedem Nichtmuslim respektvolle Toleranz entgegen, denn das Wort Islam hat sowohl die Bedeutung Hingabe und Unterwerfung unter den Willen Gottes als auch die Bedeutung Frieden.“[19] Unter der Überschrift „Vernunft und Wissenschaft“ steht: „Der Islam betrachtet die Vernunft als ein kennzeichnendes Merkmal des Menschen und als eine Gabe Gottes. Sie ist der Grund für die Verantwortlichkeit des Menschen vor Gott und gleichzeitig sein Führer in allen Lebenssituationen. Weil der Islam der Vernunft einen so bedeutenden Platz einräumt, erlaubt er menschenverachtende Kulte und willkürlich verhängte Dogmen nicht. […]. In ständigem Appell fordert der Quran den Menschen dazu auf, die Natur zu erforschen, damit er die Existenz Gottes und Seine Eigenschaften erkennt. Die Forschung darf nie zum Selbstzweck werden, sondern immer ein Mittel zur Erreichung menschlichen Fortschritts und zur Vervollkommnung der Moral bleiben muss [sic!]. Sie darf die Grenzen der Moral und Ethik nicht überschreiten und die Würde aller Geschöpfe nicht verletzen.“[20] Schließlich wird unter „Ziele des Islam“ formuliert: „Sittliche Vollkommenheit, sozialer Fortschritt, wirtschaftliche Gerechtigkeit, zwischenmenschliche Liebe und Barmherzigkeit, politische Vernunft und Friede sind Ziele, die der Islam zur Erreichung wahren menschlichen Glücks in diesem Leben und im jenseitigen Leben zu verwirklichen sucht.“[21]

KONTAKT
Kaiser-Ebersdorfer-Straße 45
1110 Wien
wien
 
WEITERE INFORMATION
Al Rahma
Multikulturelle Kultusgemeinde
01 Dezember, 2004
533388587
KONTAKT
Kaiser-Ebersdorfer-Straße 45
1110 Wien
wien
 
WEITERE INFORMATION
Al Rahma
Multikulturelle Kultusgemeinde
01 Dezember, 2004
533388587