Das bosniakische Kulturzentrum und Gebetsraum El-Ihsan

Hintergrund und Geschichte
Das Bosniakische Kulturzentrum und der Gebetsraum El-Ihsan sind zentrale Einrichtungen für die bosniakische muslimische Gemeinschaft in Österreich. Als Moschee und kulturelle Begegnungsstätte ermöglichen sie nicht nur die Ausübung der religiösen Praxis, sondern fördern auch den interkulturellen Austausch.
Die Moschee dient als spiritueller und gesellschaftlicher Treffpunkt, an dem Gebete verrichtet, religiöse Bildung vermittelt und soziale Kontakte gepflegt werden. Sie bietet der bosniakischen Gemeinschaft einen Ort der Zusammenkunft, des Dialogs und der kulturellen Identität (Sandzakpress, n.d.).
Ziele und Aktivitäten
Das Zentrum hat sich zum Ziel gesetzt, die religiöse Identität der bosniakischen Muslime zu bewahren und sie gleichzeitig in die österreichische Gesellschaft zu integrieren. Zu den Hauptaktivitäten gehören (Džemat El-Ihsan, n.d.)1:
- Religiöse Praxis: Tägliche Gebete, Freitagsgebete, Tarawih-Gebete im Ramadan und besondere religiöse Zeremonien.
- Islamische Bildung: Unterricht für Kinder und Erwachsene in Koranrezitation, arabischer Schrift und islamischer Theologie.
- Kulturelle Veranstaltungen: Feier islamischer Feiertage, Organisation von Gemeinschaftsveranstaltungen und Seminaren.
- Soziale und integrative Arbeit: Unterstützung von Gemeindemitgliedern, interreligiöser Dialog und karitative Projekte.
Theologische und institutionelle Einordnung
Die Moschee El-Ihsan folge der hanafitischen Rechtsschule des sunnitischen Islams und sei Teil der bosniakischen Glaubensgemeinschaft in Österreich. Der Verein pflege enge Verbindungen zu islamischen Organisationen in Bosnien-Herzegowina und sei ein bedeutendes Zentrum für die religiöse Praxis der bosniakischen Muslime in Österreich. Die theologische Ausrichtung basiere auf den Prinzipien der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) sowie der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken (Sandzakpress, n.d.)2.
Öffentliche Wahrnehmung und mediale Präsenz
Die Moschee El-Ihsan sei ein aktiver Bestandteil der bosniakischen Gemeinschaft und engagiere sich in verschiedenen religiösen und sozialen Projekten. Sie sei insbesondere in den sozialen Medien präsent, wo sie über Veranstaltungen und religiöse Themen informiere. Zudem nehme das Zentrum an interreligiösen und interkulturellen Dialogveranstaltungen teil und fördere so das gegenseitige Verständnis zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften (Bosniakische Jugend, n.d.)1.
Das Bosniakische Kulturzentrum und der Gebetsraum El-Ihsan sind eine zentrale religiöse Einrichtung für die bosniakische muslimische Gemeinschaft in Österreich. Durch ihre religiösen, sozialen und kulturellen Aktivitäten trügen sie zur Bewahrung der bosniakischen Identität bei und unterstützen den interkulturellen Austausch sowie die Integration in die österreichische Gesellschaft.
Dachverband

Wichtiger Hinweis
Nach den aktuell vorliegenden Informationen werden die Strukturen innerhalb der IGGÖ geändert. Die islamischen Verbände haben die Anzahl ihrer jeweiligen Kultusgemeinden reduziert. Die islamischen Verbände sollen demnach mit nicht mehr als einer Kultusgemeinde in den Gremien der IGGÖ vertreten sein.
Die tatsächliche Anzahl an Moscheen und Kultusgemeinden ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch unbekannt, weil die zuständigen Stellen die Informationen hierzu derzeit nicht zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund können die hier dargestellten Organisationsformen vom aktuellen Stand abweichen. Sobald die neuen offiziellen Informationen veröffentlichet werden, erfolgt eine Aktualisierung der Berichte. Es ist dennoch davon auszugehen, dass die neuen Strukturen keinen großen Einfluss auf die ideologisch-theologische Ausrichtung der Verbände haben werden.
Bosniakische Kultusgemeinde
Obwohl beide Länder eine lange gemeinsame Geschichte verbindet, gehen die heute in Österreich vorfindlichen bosniakischen Einrichtungen im engeren Sinn auf das Wirken der in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandenen bosniakischen Diaspora zurück. Die erste Einrichtung dieser Art, die von bosniakischen Gastarbeitern in Österreich ins Leben gerufen wurde, ist der Verein bosnischer Muslime „Gazi Husrev-beg“ mit Sitz in Wien. Als offizielles Gründungsdatum gilt der 6. Oktober 1990, mit den entsprechenden Vorbereitungen wurde jedoch bereits im Jahr 1987 begonnen.1 Mit dem Beginn des Bosnienkriegs Anfang der 1990er-Jahre sahen sich viele Menschen zur Flucht gezwungen – 85.000 Flüchtlinge aus Bosnien und Herzegowina fanden zwischen 1992 und 1995 in Österreich Aufnahme. In der Folge wuchs der Bedarf sowohl an religiöser Betreuung als auch an humanitärer Hilfe für in Bosnien und Herzegowina zurückgebliebene oder in andere Länder des ehemaligen Jugoslawiens ausgewanderte Familienangehörige und Bekannte. Dies ließ bundesweit eine Reihe weiterer Vereine entstehen, die auch über Gebetsräumlichkeiten verfügten und den Zweck von Moscheen erfüllten.2 Nachdem diese Vereine lange Zeit eigenständig agiert hatten, ohne dass die Zusammenarbeit und Verbindung zwischen ihnen formell geregelt oder auf irgendeine Weise koordiniert worden wäre, kam es schließlich im Oktober 1995 zur Gründung des Dachverbands bosnisch-islamischer Vereine in Österreich (heute Verband bosniakisch-islamischer Vereine IZBA). Unter diesem versammelten sich alle bosniakischen Vereine, die sich der Pflege der islamischen Tradition der Bosniaken und der Organisation ihres religiösen Lebens verschrieben hatten. Weitere Aufgaben sah der Verband in der Wahrung der bosnischen Muttersprache, der bosniakisch-islamischen Tradition und der bosniakischen Kultur. Heute zählt der Verband 39 Mitgliedsvereine.3 Bis 2016 hatte jeder Mitgliedsverein seine eigenen Statuten, die sich inhaltlich voneinander unterschieden. Dies sollte sich mit der Novellierung des Islamgesetzes im Jahr 2015 ändern – ab da war religiöses Engagement der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich
- 1 Bosniakische Jugend. (n.d.). Instagram-Seite der bosniakischen Jugend. Abgerufen am 18. Februar 2025, vonhttps://www.instagram.com/bosnjacka.omladina.
- 1 Džemat El-Ihsan. (n.d.). Facebook-Seite des Vereins. Abgerufen am 18. Februar 2025, vonhttps://www.facebook.com/people/Dzemat-El-Ihsan/100064751587047.
- 2 Sandzakpress. (n.d.). Treffen der Sandschaken. Abgerufen am 18. Februar 2025, vonhttps://sandzakpress.net/arhiva/treffen-der-sandschaken/